Tipps rund um die Renovierung – die Durchführung!

Ganz egal, ob Adelssitz auf dem Land (Hallo, lang vergessene Erbtante!), Loft in the City, Eigentumswohnung im Grüngürtel oder die extrem trendige Datsche in geraumen Abständen heißt es für den stolzen Immobilienbesitzer „ans Werk!“.

Über die Jahre bekommt auch das schönste Krönchen Dellen und der tollste Schatz ein wenig Patina, mit den richtigen Handgriffen und einer entspannten Vorbereitung lassen sich Heim und Hof aber fast wieder in den Werkszustand zurückversetzen.


Es muss nicht immer die Generalsanierung sein, manchmal sind die richtigen kleinen Handgriffe mehr wert als ein Komplettumbau. Und selbst, wenn kein Stein mehr auf dem anderen bleibt und unser kleines Chalet ein komplettes Face-Lifting benötigt – Hilfe ist unterwegs! Mit einer wohlfeinen Liste an Tipps und Tricks wird selbst eine Renovierung zur meisterbaren Fingerübung.

Den Unwegsamkeiten und Fallstricken der Planungsphase haben wir uns in der letzten Ausgabe unserer Renovierungs-Tipps gewidmet. In diesem Teil legen wir „Hand an“ und tauchen in die besten Tipps rund um die Durchführung ein. Auf los, geht´s los mit unseren Renovierungs-Tipps!
 

Erkenne dich selbst! Selber machen und selber lassen!

Vor allem bei kleinen Umbauten oder Renovierungsprojekten kann man sprichwörtlich gesehen die „Kirche im Dorf lassen“. Ein Großteil der Arbeiten lässt sich mit ein wenig Geschick, youtube.de und einer Prise Schmerzerträglichkeit alleine in die Tat umsetzen.
 
  • Auch die Tutorials der gängigsten DIY-Kanäle des Webs erleichtern die Arbeit an Wand, Decke, Tür und Boden ungemein. In modernen Zeiten gibt es jedoch auch die ein oder andere No-Go-Zone in den eigenen vier Wänden. Folgende Handgriffe überlassen auch erfahrenste Häuslebauer lieber den ausgebildeten Profis:Sanitär: Auch wenn „alles fließt“ einer der schönsten Sätze der Philosophiegeschichte sein mag, in der eigenen Wohnung sind Wasser und Konsorten ein heikles Thema. Vor allem, wenn Leitungen neu verlegt oder erneut abgedrückt werden müssen, sollte der Fachmann ran. Von der fachgerechten Installation der Toiletten fangen wir an dieser Stelle gar nicht erst an. Die Krux am „selber machen“ im Sanitärbereich: im worst case richtet man einen beinahe unbezahlbaren Schaden an, welcher im Normalfall nicht einmal versichert ist. Für alle, die keine fachliche Ausbildung im Bereich Sanitärbetrieb genossen haben, sagen wir bei diesem Gewerk ganz klar: „Finger weg!“
     
  • Heizung: Aus der modernen Wohnung ist die moderne Heizung nicht mehr wegzudenken. Die alte Ölheizung aus den 50ern muss allzu oft ausgetauscht werden und bei größeren Renovierungsprojekten steht neben dem Facelift auch direkt die neue Heizung mit auf dem Plan. Auch wenn die Heizungswartung und in mancher Hinsicht auch die Installation einer Heizung sehr einfach aufwarten, ein Fußbodenheizungskreislauf hat es ganz schön in sich. Auch wenn die Rechnungen des ausgebildeten Heizungsbauers oft weh tun können. Ein funktionierendes Heizungssystem ist überlebenswichtig und sollte nicht mit dem Budget-Herzen entschieden werden. Auch hier gilt, Murks bei diesen Arbeiten kann sehr schnell in beinahe absurde Höhen schnellen. Stellen Sie sich einfach mal vor, Ihre Fußbodenheizung leckt. Das bedeutet für unseren Bau, der Parkettboden muss raus, die Trittschalldämmung muss raus, der Bodenunterbau muss raus und die Heizungsschnecken müssen komplett kontrolliert werden. Kostenpunkt: unbezahlbar! Lassen Sie hier den Profi ans Werk!
     
  • Strom: Ohne blumige Worte und ganz ohne Umschweife – Strom ist lebensgefährlich. Finger weg von offenen Leitungen!   
     

Das passende Werkzeug oder die nötige Quelle

Wer arbeitet, sollte auch das passende Werkzeug zur Hand haben. Für die gängigsten Handgriffe einer kleinen bis mittelgroßen Renovierung sollten folgende Gerätschaften eine passende Lösungshilfe sein. Etwaige Spezialwerkzeuge und Fachutensilien sollten nach Bedarf angeschafft werden oder man wendet sich an den örtlichen Baumarkt (dazu später mehr). Abseits von ganz, ganz, ganz besonderem Werkzeug gibt es die Klassiker, die in keinem Haushalt fehlen dürfen. In eine fachmännische Hobbywerkstatt gehören:
  • Zollstock/Metermaß: Kein Bildaufhängen, kein grobes Aufmaß und auch keine geöffneten Getränke. Die Grundwahrheit eines jeden Werkzeugkoffers: ohne Zollstock keine Baustelle!
     
  • Schraubenzieher, Akkuschrauber und Sammelsatz an Bits: Schraubenzieher und Akkuschrauber sind die eierlegende Wollmilchsau unter den Werkzeugen. Mit einem wohlsortierten Bit-Satz läuft der Akkuschrauber zur absoluten Höchstform auf. Mit den gängigsten Torx-, Kreuz- und Schlitzaufsätzen sollte man den gängigsten Schrauben Herr werden und die alltäglichen Aufgaben einer Renovierung bestens meistern können. Für etwaige Konter-Aufgaben (Stichwort: „Mutter kontern“) sollte ein einfacher Satz an Schraubenziehern in der Werkzeugkiste ruhen.
     
  • Spachtelset: Ob es nun der Auszug aus der Mietwohnung oder die ersten Schönheitsreparaturen sind, ein Spachtelset leistet vorzügliche Arbeit, geht es an die „Demontage“ von Bilder, Lampen und allerlei Wandaccessoires. Mit ein wenig Füllspachtelmaße, einem Spachtelset und ein wenig „Handwerkskunst“ lassen sich fast alle Löcher in Wand und Decke unsichtbar machen. Kleiner Tipp für tapezierte Wände: Raufaser und Schwedengewebe sind im Normalfall sehr schwer zu spachteln, hierbei empfiehlt es sich, mit Watte zu arbeiten. Die Löcher mit Watte füllen und anschließend mit Farbe „abtupfen“ – fertig!
     
  • Gabelschlüsselset: Von der Bettmontage bis zu den Baustützen, die die Decke entlasten. Ein Satz Gabelschlüssel und ein Satz Inbusschlüssel erleichtern die Arbeit auf der Baustelle und machen fast alles möglich. Auch hier gilt die ewige Lehre des Werkzeugsammelns: „Hochwertiges Werkzeug kostet einmal viel, billiges Werkzeug kostet doppelt: einmal bei der Anschaffung und einmal bei der Entsorgung.“
     
Spezialwerkzeug: Auch wenn man nicht genügend Werkzeug besitzen kann, manches Werkzeug überfordert das Budget! Die meisten Baumarktketten bieten aus diesem Grund einen Leihservice für die meisten Großgeräte an. Vom Teppich-Abzieher bis zur professionellen Schlagbohrmaschine lassen sich Spezialmaschinen zu einem günstigen Tarif kurzfristig zur Leihe nehmen. In den meisten Fällen ist eine kurze Einweisung in die Arbeitsweise inklusive! Vor allen Demontagearbeiten ist dieser Service eine hervorragende Sparmöglichkeit!
 

Hilfe vom Fachmann – Arbeit vom Laien

Der Fachmann muss nicht unbedingt ran, aber er macht das Arbeiten in vielen Belangen leichter. Wer sich gerne auf der Baustelle „auspowered“ und neben der Tätigkeit als Sesselcowboy oder Büro-Indianerin mal kräftig anpacken möchte, dem seien alle Demontage-Arbeiten ans Herzen gelegt. Türstöcke entfernen, den Teppich deinstallieren und Trockenbauwände einreisen erfordert keine fachliche Ausbildung sondern einzig und alleine „Energie“. In dieser Buchungsposition lässt sich nebenbei auch erheblich sparen! Wer das Abrisskommando selber spielt, spart sich diesen Aufwand.

Für die fachlichen und vor allem die „sauberen“ Arbeiten empfiehlt sich selbstredend der Fachmann. Das sehnsüchtig gewünschte Parkett soll sauber verlegt werden, der Zier-Stuck soll beeindruckend wirken und an Lampen- und Kabel wagt man sich aus Gründen der Lebenserwartung selbstverständlich nicht selbst. Was man aber in all diesen Fällen selbst erledigen kann, ist zuarbeiten. Die meisten Handwerksbetriebe nehmen einen Hilfsarbeiter gerne in die Planung mit auf und die Rechnungen werden zumindest einen Teil günstiger. Der Vorteil für uns? Weniger Kosten, das Fitnessstudio gespart und obendrauf lernen wir neue Dinge und wissen viel mehr über unsere Baustelle.


In diesem Sinne: einfach in die Hände spucken, mit anpacken und mehr aus den eigenen vier Wänden machen – auf, auf, ans Werk!